Entwicklung einer KI-gestützten Softwareanwendung zur Beurteilung der klinisch-apparativen Progression des Keratokonus
Der Keratokonus ist eine progrediente ektatische Erkrankung der Hornhaut, die mit einer zunehmenden Ausdünnung und Vorwölbung der Hornhaut sowie einer damit verbundenen Verschlechterung der Sehfunktion einhergeht. Die Erkrankung manifestiert sich typischerweise im jungen Erwachsenenalter und kann langfristig zu erheblichen visuellen Einschränkungen führen. Für die frühzeitige Diagnosestellung sowie die Beurteilung einer Krankheitsprogression sind bildgebende und tomografische Untersuchungsverfahren der Hornhaut von zentraler Bedeutung.
Bei Nachweis einer Progression stellt die Hornhautvernetzung (Corneal Cross-Linking, CXL) die derzeit etablierte kausale Therapieoption dar. Durch ein photooxidatives Verfahren werden die biomechanischen Eigenschaften der Hornhaut verstärkt, wodurch ein weiteres Fortschreiten der Erkrankung in den meisten Fällen verhindert werden kann. Aufgrund potenzieller Risiken und Komplikationen sollte die Indikation zur Durchführung eines CXL ausschließlich auf Grundlage einer objektiv nachgewiesenen Krankheitsprogression erfolgen.
Ziel des Promotionsprojekts ist die Entwicklung einer KI-gestützten Softwareanwendung zur automatisierten Analyse longitudinal erhobener Keratokonus-Messdaten. Die Software soll klinisch relevante Veränderungen der Erkrankung identifizieren und beurteilen, ob die beobachteten Veränderungen die gerätebedingte Messvariabilität des jeweiligen Diagnostikverfahrens überschreiten. Dadurch soll eine objektivere und reproduzierbarere Bewertung der Krankheitsprogression ermöglicht werden.
Hierzu werden retrospektiv erhobene Datensätze einer multizentrischen Studie statistisch ausgewertet. Auf Basis dieser Analysen sollen krankheitsspezifische Grenz- und Schwellenwerte zur Definition einer Progression abgeleitet und in die Softwareanwendung implementiert werden. Das entwickelte System soll Ärztinnen und Ärzte bei der standardisierten Beurteilung der Progression des Keratokonus unterstützen und damit zu einer verbesserten Indikationsstellung für therapeutische Maßnahmen, insbesondere das Corneal Cross-Linking, beitragen.
- Art der Promotion
- Forschungssemester notwendig?
- Finanzierung/Anstellung
- Angeschlossen an ein strukturiertes Promotionsprogramm?
- Zeitplan
- 31.08.26
- Abteilung / Struktureinheit
- ein Dokument mit weiterführenden Informationen
Betreuung
- Erstbetreuung
Relevante/Repräsentative Publikation mit evtl. Vordaten
Methodik/Aufgaben
- Experimentell
- klinisch
- theoretisch
- statistisch
Bewerbung
- Benötigte Bewerbungsunterlagen